Pilzberatung in Cuxhaven
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Pilz des Jahres 2021: 

Der Grünling

Zwei Fruchtkörper des Grünlings (Tricholoma equestre) – typisch sind die zitronengelben bis grünlichen Lamellen auf der Hutunterseite. | Bild: Karl Wehr

Der Grünling ist ein Ritterling, der hauptsächlich in sandigen Kiefernwäldern lebt. Früher konnte man ihn als ergiebigen, schmackhaften Speisepilz auf Märkten kaufen. Heute gilt er als tödlich giftig, weil er nach dem Verzehr mehrere Todesfälle verursachte. Inzwischen ist er in vielen Teilen Deutschlands selten geworden, so dass sich der Grünling als Marktpilz kaum noch lohnen würde.

Die DGfM rät vom Verzehr des Grünlings dringend ab, auch wenn er andernorts weiter zum Kauf angeboten und verzehrt wird! 

Eine Gruppe Fruchtkörper des Grünlings | Bild: Karl Wehr

Vom Leckerbissen zum Giftpilz

In 2001 wurden über 12 schwere Fälle von Auflösung der quergestreiften Muskulatur (Rhabdomyolyse) bekannt. Dabei lösen sich z. B. Herzmuskelfasern auf und setzen dabei Myoglobin frei. Das lebenswichtige Protein sorgt in den Muskeln für den Sauerstofftransport. Außerhalb kann es in stark erhöhten Konzentrationen zu akutem Nierenversagen führen. 6 der 21 Fälle gingen tödlich aus. Allen Fällen ging der wiederholte und üppige Verzehr des Grünlings, oft über Tage oder Wochen, voraus.

Seit 2018 liegen Studien vor, die die generelle Giftigkeit des Grünlings infrage stellen. 

Am Fuß einiger Kiefern, die Symbiosepartner des Grünlings, wachsen mehrere Exemplare des Blätterpilzes aus dem mit Nadelstreu bedeckten Boden. | Bild: Karl Wehr

Der Grünling steht für viele Mykorrhizapilze, die den Eintrag von Stickstoff und Phosphat aus der Landwirtschaft, Verkehr und Industrie gar nicht mögen. Er zählt laut Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) zu den besonders geschützten Arten. Demnach ist es in Deutschland verboten, den Pilz der Natur zu entnehmen oder ihn bzw. seine Standorte zu beschädigen oder zu zerstören. 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Mykologie DGfM